Lothar Matthäus‘ 22-jährige Ehefrau hat es trotz ihrer jungen Jahre schon weit gebracht. Sie ist mit einer Trainerlegende verheiratet, läuft als Model bei den großen fashion shows in Mailand und arbeitet als Reporterin bei RTL. Doch trotz all dieser Erfolge ist sie immer Mensch geblieben und nutzt ihre Popularität, um denen zu helfen, die vom Leben nicht so reich beschenkt wurden wie sie selbst.

Ihre letzte humanitäre Mission führte sie und ihren Gatten im Auftrag der Kampagne „The Big Kick“ nach Malawi (Mit Video!). Dort wurde sie Zeugin von solch traurigen Schicksalen, dass sie noch heute, wenn sie zurückdenkt, die Krokodilstränen nicht zurückhalten kann. Schon vor Ort tat Lilli alles Menschenmögliche, um das Elend der Menschen zu mildern:

„Das Ergreifende für mich war zu sehen, dass man die Kinder so einfach glücklich machen konnte. Einfach nur da zu sein, erzeugte ein Lächeln in ihrem Gesicht.“

Da siechen die Menschen dahin und „das Ergreifende“ für Liliana ist, dass die armen Kinder beim Anblick ihrer Pferdefresse zu lachen anfangen. Schade nur, dass Liliana Matthäus angesichts der Erkenntnis, dass es den Bewohnern Malawis an nichts außer ihrer Anwesenheit zum Glück fehlt, nicht auf die Idee kam, einfach dort zu bleiben. Die Bussi-Bussi-Gesellschaft Lilongwes wäre entzückt gewesen!

„Dann wird sie von ihren Erinnerungen an den Afrika-Trip überwältig, bricht im Satz ab, muss, von heftigem Schluchzen geschüttelt, immer wieder neu ansetzen.“

Es gibt nichts widerlicheres als Menschlichkeit. Nichts schlimmeres als die mediale Inszinierung der eigenen Betroffenheit angesichts der schieren Ungerechtigkeit in dieser Welt und der unermüdlichen Selbstvergewisserung, doch moralisch auf Seiten der Opfer zu stehen. Besoffen von der eigenen Großherzigkeit möchte Liliana zusammenbrechen, weinen, klagen. Doch der scheinbar so unkontrollierte Gefühlsausbruch ist nichts als emotionales Kalkül im Angesicht der Kameras, die schon jede klägliche Gefühlsregung im erbärmlichen Leben der Liliana M. dokumentieren durften.

„Ich sah 12-jährige Mädchen mit Babys auf ihren Rücken, obwohl sie nichts zu essen hatten und keinen Schlafplatz für die Kleinen. Das machte mich so unendlich traurig.“

Ich sehe einen abgehalfterten Ex-Fußballer mit 22-jährigem Dummchen vor einer Kamera, obwohl beide bekanntermaßen seit jeher nur unerträglichen Irrsinn – da hilft auch die kraus gezogene Stirn nichts – in die Mikrofone brabbeln. Mein Hass ist unendlich.

„Wir haben was erlebt, was man mit Worten gar nicht beschreiben kann.“

Sei es im liebgewonnenen Promi-Leben oder auf dem Platz, Lothar Matthäus hat wohl noch nie etwas erlebt, das er zu beschreiben in der Lage gewesen wäre. Doch nie habe ich mir mehr gewünscht, dass er auch nur einmal die Konsequenz aus seinem Unvermögen zieht und seine Fresse hält. Nur einmal.

„Es wäre schön, wenn wir diese Liebe, diese Herzlichkeit und die Aufmerksamkeit von den Leuten in Malawi übernehmen würden.“

Eines muss man den Afrikanern lassen, sie schaffen es beim Verhungern ihre Würde zu bewahren. Das imponiert einem Lothar Matthäus, der – sollte es so etwas wie Würde geben – wohl der Letzte ist, der dieses Wort in den Mund nehmen sollte. Es ist nur all zu schade, dass die Leute in Malawi nicht im Gegenzug im Austausch für all diesen unnützen Tugenden, an denen es im Hause Matthäus zu mangeln scheint, nicht mal eben Lothars Auto, Kleidung und Geld übernommen haben.

Zugunsten von „Ein Herz für Kinder“ wurde bei „The Big Kick“ ein Ball quer durch Deutschland, Österreich, Italien und Afrika gedribbelt.

Zugunsten meines Seelenheils sollte man Lothar und Liliana an seinen Jeep hängen und quer durch Deutschland, Österreich, Italien und Afrika schleifen. Ein Herz für Tanker.

Es wird wohl lange dauern, bis Lothar und Liliana ihre Erlebnisse verarbeitet haben, schließlich hatten die beiden keine Ahnung, „dass der Trip SO emotional werden würde“. Spätestens heute abend ab 18:30 Uhr wird es bei RTL Exklusiv dann aber so weit sein. „Lothar Matthäus und seine Liliana sagten nämlich sofort zu“, als sie für diese Selbstinszinierung auf dem Rücken der Menschen in Malawi angefragt wurden. Aber wen interessiert schon die Staffage, wenn die schöne Liliana weint.