Daniel Fallenstein (auch bekannt unter dem Namen „‚Tzach“) und ich waren dereinst Waffenbrüder. Als IDF-Soldaten verkleidet robbten wir durch brandenburgische Wälder, fachsimpelten über Merkava-Panzer und ein ums andere Mal räumten wir in unserer Phantasiewelt das Flüchtlingslager Dschenin. Schon damals war Daniel ein höchst ambitionierter Intellektueller, der mit dem deutschen Thinktank „ADF Berlin“ assoziiert war und zu den Gründervätern der Aussteigerplattform „Freunde der offenen Gesellschaft“ gehörte. Ich hingegen war mit deutlich weniger Talenten gesegnet und so kreuzten sich unsere Wege immer seltener. Während ich nicht mehr so genau weiß, was ich in all den Jahren trieb, lässt sich Daniel Fallensteins beachtlicher Werdegang leicht nachvollziehen.

Schon Daniels prägnante Beschreibung seiner selbst lässt ahnen, dass er für größeres bestimmt war als den antideutschen Szenesumpf: Laut seinem twitter-Profil ist er „goodlooking, healthy, white, male, straight, capitalist, german, zionist, skeptic, atheist“. Manche werden nun einmal reicher vom Leben beschenkt als andere. Doch selbst diese vor Selbstbewusstsein strotzende Beschreibung seiner selbst kann über einen Makel nicht hinwegtäuschen: Daniels Englisch ist nicht das beste, da halfen auch zwei Jahre Englisch-Studium (mit Judaistik im Nebenfach Hauptfach versteht sich) an der FU Berlin nichts. Ganz gleich, Fallensteins liberale Kompagnons haben die Meinungsfreiheit im Angesicht des Todes erkämpft und so lässt er sich von sprachlichen Hürden nicht beeindrucken, wenn es darum geht, die zentralen Begriffe seines Weltbildes prägnant auf den Punkt zu bringen. Audite!

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Daniel Fallenstein, der mittlerweile im „Consulting“ tätig ist, begann wie so viele große Staatsmänner als Träumer und Idealist. Den Kommunismus begrub er jedoch schon bald, als er erkennen musste, dass der Kapitalismus ebendiesem „erwiesenermaßen haushoch überlegenen“ ist. Und so kämpfte er fortan unter dem Banner des angelsächsisch geprägten Liberalismus für eine bessere, gerechtere Welt. Er verzichtete auf seine akademische Karriere, um Darfur zu retten und begann ehrenamtlich für das antibuerokratieteam („undogmatisch, politisch inkorrekt und polemisch“) zu arbeiten. An Stelle der Weltrevolution traten profanere Ziele, allen voran der Kampf gegen den unerträglichen Zustand, dass die EU mit ihrem gewaltigen Verwaltungsapparat die vollkommene Entfaltung des Marktes seit Jahren torpediert. Wahltag ist Zahltag!

[kml_flashembed movie="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=4929838" width="255" height="206" allowfullscreen="true" /] (Man beachte die wechselnde Kameraperspektive!)

Durch seine Arbeit für die verschiedensten zionistischen und pro-kapitalistischen Initiativen konnte Daniel wichtige Kontakte knüpfen. Mit Henryk Broder ist er längst per Du („Gegen 11 Uhr rief Daniel an. „Kommst du mit, Verrückte gucken?“ – „Veganer, Herta BSC-Fans oder moderate Taliban?“, fragte ich. „Viel besser“, sagte Daniel, „jüdische Stimmen für eine gerechte Endlösung der Nahostfrage“), auf Kundgebungen für Israel und gegen seine Feinde tritt er als Redner auf und seine Videos und Artikel erscheinen sogar in dem angesehenen jüdischen Onlinemagazin haOlam.de.

Und dennoch, trotz all seiner journalistischen Verpflichtungen, hält sich Daniel Fallenstein weiterhin die Möglichkeit offen, doch noch parteipolitisch Karriere in der FDP zu machen. Dies setzt jedoch voraus, dass die Freien endlich auf „die Stimme der liberalen Basis“, also Daniel, hören. Vom Bundesparteitag der FDP in Köln etwa berichtete Daniel Fallenstein für LiberalHome, ein „konsequent liberales“ Netzwerk, dessen Ziel darin besteht, FDP-Abgeordneten „öffentlich den Rücken zu stärken“. Dabei blieb der schöne Daniel nicht unbemerkt und wurde live von phoenix zu seinem Schaffen befragt:

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Ein Satz, den Daniel vor vielen Jahren sagte, ist mir im Gedächtnis geblieben: „iPod nano, Canon EOS 400D, Reiturlaub – damit beginnt der Spaß“. Das mag stimmen, ich kann es leider nicht beurteilen, doch eines ist gewiss: Ein Daniel Fallenstein gibt sich mit ein wenig Spaß nicht zufrieden. Merkt euch diesen Namen.